16 May 2011

Kreativ in Wien, Lebensverläufe österreichischer Chefredakteure

Nun ist es so weit! Das Buch, wo zwei StudienkollegInnen - Louise Horvath, Susanne Mayer - und ich ein Kapitel beigetragen hab, ist im Handel. Am 18. Mai 2011 war die Buchpräsentation. Die von den Herausgeber*innen originell verfasste Einladung, unten als Bild.

Das ganze war ursprünglich ein einjähriges studentisches Forschungsprojekt, das wir nun als Buchkapitel aufbereitet haben, welches von den Herausgeber*innen dankenswerterweise organisiert wurde. Wir haben uns mit der Frage beschäftigt, mit welchen Ressourcen/Mitteln wurde man in Österreich Chefredakteur*in?. Der Gendergap steht hier für einen tatsächlichen Gap. 2006 waren das durchwegs Männer. Bei den Tageszeitungen gab es nur vereinzelt Chefredakteur-Stellvertreterinnen. Wir haben drei Kohorten herausgearbeitet, zwischen denen es größere Unterschiede gibt und in der Kohorte bemerkenswerte Gemeinsamkeiten: die Nachkriegs-, die Intellektuellen- und die Managerkohorte. So ist veränderte sich deren Selbstverständnis, die Art ihre Biografien zu erzählen, das Verhältnis zu Politiker*innen, die Eintrittsbarrieren und die Art diese Position einzunehmen und mehr.

Zwei Punkte streiche ich hier im Blog heraus. Auffallend ist, dass kaum einer der Chefredakteure Publizistik studierte, jedoch fast alle zumindest irgendein Studium anfingen. Klar ist das historisch zu sehen, und wie das heute ist, kann ich sagen. Für den betrachteten Zeitraum ist aber klar, es sind die diversen Metakompetenzen, die auf der Universität erworben werden, die in diesem Bereich mehr zählen, als der Inhalt eines Studium ans sich. Was diese sind, könnte ich nur mutmaßen. Es ist beachtlich, wie die Kohorten sich aus dem Material ergeben, und die in den Zwischenräumen geborene offenbar schlechte Chancen (oder Interesse) hatten, diese Position zu erlangen. Was
passiert ist leuchtet ein, nach dem WKII wurden Personen "ohne Vergangenheit" gebraucht. Diese hielten dann lange die Positionen innen, besonders, da die ohne Vergangenheit sehr jung waren, bis die nächste Generation Eintritt bekam, und diese hielt wiederum. Ich bin ja selbst sehr gespannt, wie die nächste Kohorte aussehen wird, falls wir drei es schaffen in 15 Jahren nochmals zusammen zu kommen!

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